Kompostieren

Gehören Sie zu denen, die sich zuerst praxisrelevantes Wissen zum Thema Kompost aneignen wollen, bevor sie mit Schaufel und Gabel im Garten alles umsetzen? Dann sind Sie hier richtig! Auf diesen Seiten finden Sie hilfreiche Tipps und bewährte Lösungen zum Thema richtig kompostieren.

Kompost (lat. componere) bedeutet komponieren bzw. zusammensetzen. Guter Kompost wird nicht einfach nur zusammengesetzt, sondern komponiert. Wir haben Interessantes über Kompost Kompositionen, kompostierbare Materialen, über die Abläufe im Komposter und Komposthaufen, fachgerechtes Umsetzen, Rottephasen und was da an Lebewesen im Kompost kreucht und fleucht zusammengestellt.

Dazu lüften wir die Geheimnisse vom Grünen-Daumen-Zaubertrank. Und wie Sie sich ganz einfach zum Brauer ihres eigenen Komposttees entwickeln.

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Richtig kompostieren kann jeder!

Wer Pflanzen hat, weiß Mulch, Erde und Humus besonders zu schätzen. Ob Sie eine große Gartenfläche, einen kleinen Hausgarten, einen wilden Naturgarten, einen Schrebergarten oder nur einen Minigarten aus Kübeln und Töpfen besitzen – richtig kompostieren kann jeder!
Zerkleinern, Mischen, Feuchthalten und Zudecken – kein Problem – selbst auf Terrasse und Balkon.

Aber auch Grünabfälle in Wohnanlagen oder Reihenhaussiedlungen ist wertvolle Biomasse. Warum nicht einen Gemeinschaftskompost anlegen? Oder warum nicht als Großstadt-Kompostierer in ein kleines Wurm-Apartment investieren?

Ein Kompost hilft Garten- und Küchenabfälle zu vermeiden, schützt und verbessert den Boden und versorgt Pflanzen mit Nährstoffen. Vorausgesetzt wir machen uns mit den natürlichen Regeln und Prozessen im Kompost vertraut und wählen Standort, Boden, Temperatur und Kompostzutaten richtig aus. Unterschiedliche Pflanzen, Mikroorganismen und Tiere verwandeln organischen Bioabfall in qualitativ, hochwertigen Humus.

Die Einbeziehung natürlicher Mikroorganismen beim Verrottungsprozess setzt jedoch einige Fachkenntnisse voraus, wenn gesunder Boden, üppiges Pflanzenwachstum und reichliche Ernten ohne umweltbelastende Methoden und Mittel erzielt werden sollen.

Es handelt sich dabei weder um komplizierte Verfahren noch geheimnisvolle Wissenschaft. Es geht vielmehr um interessante Tipps und Anleitungen, für alle, die organische Garten- und Küchenabfälle kompostieren und für gesundes Pflanzenwachstum nachhaltig verwerten möchten. Hintergrundwissen schafft Verständnis, und das hilft Fehler vermeiden. Wer Kompostplatz, Komposter oder Kompostmiete vorausschauend plant, spart sich später viel Arbeit.

Hier können Sie sich schnell vergewissern, dass Sie auch nichts vergessen haben. Erfahrene Kompostierer und alle, die es noch werden wollen oder sich zuerst orientieren möchten, finden einen Überblick unterschiedlicher Kompost Methoden, der wichtigsten Arbeitsschritte und Reifephasen.

Zudem mehr über die perfekte Mischung, optimale Belüftung und Feuchtigkeit, sowie regelmäßige Temperaturkontrollen damit hygienisch einwandfreier Kompost ohne Unkrautsamen entsteht.

Damit die kleinen Helfer ihre Arbeit beginnen, benötigen sie einen schattigen und geschützten Platz. Der Rotteprozess lässt sich durch Zerkleinern, Mischen, Feuchthalten und Zudecken in Gang bringen und steuern.

Abfälle müssen zerkleinert werden – je kleiner desto besser. Die zahnlosen Mikroben können nur zerfaserte Nahrungsoberflächen mit Hilfe von Verdauungsenzymen aufnehmen. Zerkleinerte Rohstoffe lassen sich leichter anlegen, mischen und umsetzen. Das beschleunigt die Rotte.

Eine ausgewogene Mischung des Materials ist die Basis für eine gute Rotte. Nasse Küchenabfälle gleich mit zwei Handvoll Häcksel mischen. Eine ausgewogene Mischung sind 2 Teile Grün (frisch, fein, saftig) und 1 Teil Braun (verholzt, grob, trocken). Beim Komposthaufen oder Füllen des Komposters ist wichtig, nährstoffreiches und strukturreiches Material gut durchgemischt in lockeren Schichten anzulegen. Damit sich viele Poren mit Luft füllen und eine gute Belüftung erfolgt.

Lebenswichtig für die Kompostorganismen sind neben Sauerstoff, Wasser und Mineralien, Nährstoffe. Das bedeutet: energiereiche Kohlenstoffverbindungen (C=braunes Material), die den Lebensprozess in Gang halten. Und Stickstoffverbindungen (N=grünes Material), die körpereigenes Eiweiß für Wachstum und Vermehrung aufbauen. Dabei geben die Pflanzen gespeicherte Sonnenenergie als Wärme wieder frei. Für eine zügige Verrottung und gute Kompostqualität ist grundsätzlich mehr Kohlenstoff als Stickstoff nötig. Ein ideales C/N-Verhältnis ist 20:1. Auf 20 Teile Kohlenstoff kommt 1 Teil Stickstoff. Herrscht Stickstoffmangel können sich die Mikroorganismen nicht richtig entwickeln und die Rotte steht still. Bei zu wenig Kohlenstoff entweicht der Stickstoff als Ammoniak. Dies macht sich durch den typisch üblen Geruch bemerkbar.

Die Frage, welches Material kompostiert werden kann, kann zweierlei betrachtet werden.
Zum einen nutzen viele den Kompost zur Gewinnung von nährstoffreichem Humus. Je diversifizierter die eingetragenen Stoffe sind, desto hochwertiger wird der Humus werden.

Küchenabfälle

Organische Küchenabfälle, wie Gemüseabfälle, Eierschalen etc. können bedenkenlos kompostiert werden. Auch die Schalen von Bananen, Orangen, Zitronen und anderen Zitrusfrüchten können auf den Kompost.
In vielen Ratgebern wird darauf hingewiesen, dass Brot, Käse, Fleisch, Fisch und gekochte Speisen Nagetiere anziehen. Einige Experten weisen jedoch darauf hin, dass Speisereste generell Nager anziehen. Es mache keinen Unterschied, welche Art von Speisen, oder ob diese gekocht oder ungekocht seien. Als Gegenmaßnahme verweisen sie auf die notwendige richtige Zusammensetzung des Kompostes. Generell kann darüber hinaus ein geschlossenes Kompostiersystem einen gewissen Schutz vor Nagern bieten.
Wie bei allen anderen Materialien auch, ist auch bei Küchenabfällen eine gute Durchmischung wichtig.

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Fallobst

Fallobst kann in kleinen Mengen auf den Kompost gebracht werden. Um eine Fäulnis zu verhindern sollte es zerkleinert werden und z.B. mit anderen Gartenabfällen (Zweige etc.) vermischt werden.

Gras

Geschnittenes Gras sollte vor der Kompostierung einige Zeit anwelken, damit sich der Wassergehalt verringert. Anschließend kann es in dünnen Lagen, bzw. mit anderem Material vermischt auf den Kompost gebracht werden.

Laub

Laub ist stickstoffarm und verlangsamt die Rotte. In zu großen Mengen kann es zudem die Luftdurchlässigkeit im Kompost verhindern. Da es im Herbst in kurzer Zeit in großen Mengen anfällt, ist eine gute Durchmischung hier besonders wichtig.

Zweige

Baumschnitt kann ohne weiteres kompostiert werden, sollte jedoch zuvor zerkleinert bzw. zerhäckselt werden.

Papier und Pappe

Zeitungspapier und Pappe kann kompostiert werden, solang es sich um schwarz-weiß-Druck handelt. Druckerschwärze wird vollständig abgebaut. Farbige Druckerfarbe, wie zb. in Zeitschriften enthalten oft Schwermetalle und sind für den Kompost ungeeignet. Denken Sie daran, dass der Humus schließlich wieder als Düngematerial auf die Beete aufgetragen werden soll.

Nur im optimalen Feuchtklima können Komposttierchen arbeiten und die Rotte kommt in Gang. Auf einer zu trockenen Oberfläche sind sie völlig inaktiv und Schimmel bildet sich. Der durchschnittliche Wassergehalt im Kompost sollte zwischen 50 % und 65 % (Gewichtsanteil) betragen. Bei zu viel Nässe fängt die Rotte an zu faulen. Jetzt erobern anaerobe Bakterien, die ohne Luft leben, den Platz. Als Stoffwechselprodukte sondern sie unangenehm riechenden Schwefelwasserstoff und Buttersäure ab.
Ob die Verrottung in Gang gekommen ist und nach Wunsch abläuft, lässt sich unter anderem an der Temperatur erkennen. Die ab einer Außentemperatur von ca. 8 °C arbeitenden Mikroorganismen benötigen zum Abbau des Pflanzenmaterials viel Sauerstoff. Dabei wird Wärme freigesetzt. So steigt die Temperatur im Kompostinnern in wenigen Tagen auf 50 –70 °C an. Die Heißrotte dampft. Dabei werden Krankheitskeime und Unkrautsamen abgetötet. Nach zehn bis zwölf Wochen ist dieser Prozess abgeschlossen und die Temperatur sinkt langsam auf 20 bis 30 °C. Jetzt legen die Würmer los. In der kalten Rottephase bauen sie verschiedene Humusverbindungen auf. In der Regel dauert die Rotte 6 – 12 Monate. Während dieser Zeit soll sie ein- bis zweimal umgesetzt werden.

Je stärker der Komposthaufen abkühlt, desto reifer ist er.

Sobald es in der Umgebung des Kompostplatzes nach Schwefelwasserstoff, Ammoniak oder Buttersäure riecht, wird es höchste Zeit zum Eingreifen und der Komposthaufen muss umgesetzt werden. Verrottet das Material im Kompost nur sehr langsam, ist dieser zusätzliche Arbeitsschritt ebenfalls sehr nützlich.
Wer genügend Platz im Garten hat, sollte seinen Kompostplatz so anlegen, dass er zwei oder sogar drei nebeneinander liegende Flächen für Komposthaufen zur Verfügung hat. Dann sparen Sie beim Umsetzen Zeit und Kraft und haben fast immer Komposterde verschiedener Reifegrade zur Verfügung. Zum Umsetzen nehmen Sie zunächst die äußeren, meist trockenen Pflanzenreste ab und lagern Sie in der Mitte des neuen Kompostplatzes ab. Ist die darunter liegende Erde feucht, können Sie einfach fortfahren, aus den bereits angerotteten Materialien den neuen Komposthaufen locker aufzuschichten, damit der Sauerstoff wieder Zutritt hat. Benötigen Sie dringend Komposterde, können Sie die halb verrottete Komposterde sieben, das ist allerdings mühsam – zumindest ohne elektrisches Kompostsieb. Ist der Komposthaufen sehr feucht, werden möglichst trockene Holzschnitzel oder ähnliche Materialien zugesetzt. Ansonsten wird auf jeder Schicht mit der Gießkanne Wasser oder Brennnesseljauche verteilt. Durch Zumischen von angewelktem Rasenschnitt kann ein erkalteter Komposthaufen wieder „in Schwung“ gebracht werden. Steht nur ein Kompostplatz zur Verfügung, wird die trockene Außenschicht in einer Schubkarre zwischengelagert, der restliche Haufen abgetragen, gemischt und rund um die Kompostfläche abgelagert. Beim Neuaufbau des Komposthaufens wird dann mit dem Material von der Schubkarre begonnen.

Welche Rolle spielt der Regenwurm im Kompost?

Sinnesorgane

Die Regenwürmer besitzen keine Lungen noch Kiemen, sie atmen durch die Körperoberfläche. In feinen Gefässen strömt das Blut unter der stets feuchten Haut durch und tauscht hier die Atemgase aus. Regenwürmer ertrinken daher auch nicht, wenn Regen ihre Gänge füllt, solange im Wasser genügend Sauerstoff gelöst ist. Der Regenwurm hat wie der Mensch rotes Blut, das in einem geschlossenen Blutgefässsystem zirkuliert, angetrieben durch 5 Paar «Herzen». Regenwürmer besitzen weder Augen und Ohren, noch haben sie eine Nase. Sie sind jedoch mit verschiedenen anderen einfachen Sinnesorganen speziell an das Leben im Boden angepasst.

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Mittels Licht-Sinneszellen am Vorder- und Hinterende können sie Hell und Dunkel unterscheiden. Damit sie sich im Dunkel des Erdreiches und in ihren Wohnröhren zurechtfinden, orientieren sie sich mit Hilfe eines Tast- und Gravitätssinnes.

Durch seine Grabungstätigkeit, Nahrungsaufnahme und -ausscheidung lockert er den Boden und hilft bei der Vermischung von organischem und anorganischem Material und hilft damit bei der Erzeugung des Ton-Humus-Komplexes. Wurmhumus ist ertragreich an Stickstoff, Phosphat, Kalium, Kalzium und Magnesium. Diese Vorgänge sind für den Komposter von zentraler Bedeutung.

Der Regenwurm als solcher lässt sich in drei Arten unterteilen, die für den Komposter von Bedeutung sind. Der Rotwurm (Lumbricus Rubellus) lebt im Kompost bei Temperaturen bis 20 Grad. Seinen Namen hat er aufgrund seiner rötlichen Färbung. Seine Vorliebe ist Laub.

Nicht ganz so eifrig bei der Umsetzung von organischem Material ist der Tauwurm (Lumbricus terrestris). Ihn findet man vor allem in reifem Kompostern.

Wie der Name erahnen lässt, ist für den Komposter besonders wichtig der Kompostwurm (Eisenia foetida). Er wird bis zu 14cm lang und frisst sich vor allem durch frischen Kompost.